mister bear

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Berliner Seiten

Frankfurter Allgemeine

Zeitung für Deutschland

Nr.226/Seite BS1

Freitag, 28. September 2001

Zum Schmusen gemacht

Hohe Wangen, fliegendes Kinn: Bären aus dem Hause Wowereit

ValerieEr wurde angemalt, beklebt, in Gips gegossen und auf dem Ku'damm ausgestellt. Doch trotz aller Anstrengungen:ist der Bär weiter das Maskottchen und Wappentier das die Berliner nicht mögen, aber die Touristen am Wochenende mit in die Provinz nehmen. Vielleicht kommen von dort endlich Bären, wie sie Berliner immer vermißt haben. Wir sprachen mit Cornelia Wowereit, Bärenmacherin in Süddeutschland.

Frau Wowereit, fühlen Sie sich als Bärenmacherin besonders berufen, seit der Regierende Bürgermeister von Berlin auch Wowereit heißt?

Nein, ich habe vor sechs Jahren professionell angefangen, Bären herzustellen. Das war schon immer eine große Leidenschaft von mir, wie eine Sucht, die mich nicht mehr losgelassen hat. Als Klaus Wowereit im Sommer zum Bürgermeister gewählt wurde, sah ich das als einen großen Zufall an. Vielleicht gibt es aber doch eine Verbindung zwischen uns. Meine Schwiegermutter prüft zur Zeit, ob wir mit Klaus Wowereit verwandt sind. So häufig ist der Name schließlich doch nicht

Welche Eigenschaften haben Bären aus dem Hause Wowereit?

Sie sehen lebendig und kuschelig aus. Zum Schmusen gemacht, wie es sich für Teddybären gehört. Porzellanpuppen zum Beispiel sind ja sehr kalt. Teddybären dagegen sind etwa sehr Weiches und Kuscheliges.

KatieDas hört sich nach einer sehr traditionellen Ausdeutung an. Vielleicht sollten Bären in harten Zeiten verändert werden. Weniger lächeln zum Beispiel.

Teddybären sind über Jahrzehnte immer dieselben geblieben sind. Man soll sie so lassen wie sie sind.

Hat Ihre Population neben der Eignung zum Kuscheln denn keine prägnanten Merkmale?

Nein, und zwar schon deshalb, weil keiner meiner Bären dem anderen gleicht. Jeder wird von mir eigens per Hand aus Mohair, Schafwolle und Granulat gefertigt. Mal ist die Nase spitzer, dann flacher. Die Wangen sind etwas höher oder das Kinn fliegt ein wenig nach vorne. Beim Nähen verändere ich sie nach Lust und Laune immer ein wenig.

Wie viele Exemplare haben Sie genäht?

Zwischen fünf- und sechshundert müßten es mittlerweile sein. Der Großteil ist über Deutschland verteilt, einige wenig sind in England und den Vereinigte Staaten. Zwei besitzt das Teddybär-Museum in Tokio. Insgesamt habe ich im Lau fe der Jahre fünf Prototypen gefertigt. Die sogenannten Nuller habe ich natürlich behalten und hüte sie wie einen Schatz

Was sind das für fünf Prototypen? Mann, Frau, vielleicht zwei Töchter und ein Sohn?

Nein, nur meine erste Schnittvorlage war die für einen typisch männlichen Bär. Das habe ich später geändert und mich nicht so festgelegt.